Pfarrer Karl Sendker

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13. Sonntag A
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Predigtverzeichnis  nach Bibelstellen geordnet

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Predigt zur 2. Lesung:   Röm 6,3-4.8-11

Predigt zum Evangelium:   Mt 10,37-42

Predigttext:    Röm 6,3-4.8-11

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Sprichwörter und Redensarten sind oft geronnene Lebensweisheiten. Da trifft man mit einem Satz, ja manchmal sogar mit einem Wort den Nagel auf den Kopf. So eine Redensart im Deutschen heißt: „Mit gefangen - mit gehangen.“ Wenn man dich zusammen mit anderen bei einer Straftat erwischt hat, dann kannst du anschließend nicht hingehen und sagen: Ich war aber nicht der Anstifter, das war jemand anders. Ich hab nur Schmiere gestanden, oder was auch immer. „Mit gefangen - mit gehangen.“ Wenn sie dich mit erwischt haben, dann wirst du mit verurteilt und mit bestraft. „Mit gefangen - mit gehangen.“ Das bedeutet: Diese Gruppe von Menschen, die eine Straftat begangen hat, wird in eine Schicksalsgemeinschaft hineingeschmiedet; aus der kommt man nicht mehr raus.

 

Von so einer Schicksalsgemeinschaft redet auch Paulus heute in seinem Brief an die Römer. Aber da heißt es nicht: „Mit gefangen - mit gehangen“, sondern da heißt es etwas anders:

„Mit gekreuzigt - mit gestorben - mit begraben - mit auferstanden - mit verherrlicht - mit befreit.“

Diese Stichworte durchziehen die ganze Lesung aus dem sechsten Kapitel des Römerbriefes. „Sind wir mit Christus gestorben, werden wir auch mit ihm begraben. Sind wir mit ihm begraben, werden wir auch mit ihm auferstehen. Sind wir mit ihm auferweckt, werden wir auch mit ihm verherrlicht.“ Mit gekreuzigt - mit gestorben - mit begraben - mit auferstanden - mit verherrlicht. Das ist die Schicksalsgemeinschaft, die uns mit Christus verbindet.

 

Damit wir den Hintergrund dieser Lesung verstehen können, muss ich ein kleines bisschen ausholen.

Wenn etwa im Januar eine lange Hochdruckwetterlage herrscht, dann kommt es oft vor, dass die ganze Luft verseucht ist mit Smog. Ich kann mich erinnern, im Januar gab es im Fernsehen Bilder von der Hauptstadt Athen in Griechenland. Die Bilder waren aus der Ferne aufgenommen, und man sah richtig eine Dunstglocke, die wie eine vergiftete Wolke über der Hauptstadt Athen lag.

Natürlich, jeder, der sein Auto aus der Garage geholt hat und dann mit dem Auto gefahren ist, hat mit zu dieser vergifteten Atmosphäre beigetragen. Aber unter der vergifteten Atmosphäre gelitten haben alle: die Kinder, die Alten, die Erwachsenen, die Autofahrer, die Fußgänger, die Radfahrer, das war vollkommen egal. Alle standen unter dieser Giftwolke, unter dieser Smogglocke.

 

Und da sagt Paulus uns: So ähnlich ist das mit der Sünde. Wenn wir heute von Sünde reden, dann meinen wir in der Regel die einzelnen Sünden: „ich hab geklaut, ich hab gelogen oder so was“. Aber wenn Paulus von Sünde redet, dann meint er meistens etwas anderes. Die Sünde ist wie eine Dunstglocke, wie eine vergiftete Atmosphäre, in der wir leben. Natürlich, jeder von uns, der aktuell sündigt, der lügt, der betrügt und so weiter, trägt mit zu dieser vergifteten Atmosphäre bei, zu dieser Dunstglocke. Aber auch wenn ich nicht sündige, komme ich aus dieser Dunstglocke nicht raus. Das ist diese „Großmacht Sünde“ unter der wir alle zu leiden haben.

 

Aber jetzt kommt bei Paulus wieder dieses „mit gestorben - mit gekreuzigt - mit begraben - mit auferstanden - mit verherrlicht“. In dem Augenblick, wo Christus am Kreuz gestorben ist, da hat die Sünde, diese „Großmacht Sünde“, den Stachel verloren. Da ist gleichsam, um ein Bild zu gebrauchen, eine Immunspritze entwickelt worden gegen diesen Smog Sünde. Und seitdem hat die Sünde nicht mehr automatisch diese zerstörende Macht, die sie sonst inne hat.

Paulus sagt uns hier: Wenn du mit Christus verbunden bist in so einer Schicksalsgemeinschaft, (mit Christus leben, mit Christus gekreuzigt, mit gestorben, mit auferstanden) dann ist das ungefähr so, als wenn du zwar immer noch unter der Dunstglocke Sünde lebst. Aber diese Dunstglocke kann dir nicht mehr schaden, weil Christus dich immunisiert hat gegen diese schädliche Macht der Sünde.

Darum ist die Verbundenheit mit Jesus Christus so wichtig. Da ist der Sünde der Stachel genommen worden. Natürlich, ein solcher Mensch, der immun geworden ist, der kann immer noch sündigen. Aber die zerstörende Macht, aus der man nicht mehr rauskommt, solche zerstörende Macht hat die Sünde nicht mehr. Da ist ein Mittel dagegen gefunden. Wir sind hinein genommen in eine Schicksalsgemeinschaft mit Jesus. Genauso wie wir in der Redensart sagen: „Mit gefangen - mit gehangen“, so heißt es jetzt: „Mit gekreuzigt - mit auferweckt.“

 

Wodurch geschieht diese Verbundenheit? Wie kommt man denn in diese Schicksalsgemeinschaft mit Jesus Christus? Da sagt uns Paulus ganz schlicht: durch die Taufe.

 

Nun muss man bedenken: Als Paulus lebte und seine Briefe schreibt, da war die Taufe etwas anderes, als heute bei uns. Heute wird ein Kind in die Kirche gebracht, dann gießt der Priester Wasser über den Kopf mit den Worten: „Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Zu Zeiten des Apostels Paulus wurden die Menschen nicht mit etwas Wasser übergossen, sondern sie standen an einem großen Becken oder an einem Fluss, zogen die Kleider aus und wurden ganz untergetaucht.

Dieser Ritus bedeutete: Ich muss begraben werden; der alte Mensch wird untergetaucht, der ist weg. Und dann, wenn der Täufling aus dem Wasser heraus stieg, dann war das gleichsam ein Bild dafür: Aus mir ist etwas Neues geworden. Ein neuer Mensch ist geboren worden, wenn man so will: Wiedergeburt. Das geschieht in der Taufe.

Und dann wurde diesem Menschen, der aus dem Wasser der Taufe heraus stieg, ein weißes Gewand angezogen, das Zeichen seiner Würde. Und auch dieses Bild vom Ausziehen der Kleider und dem Anziehen des neuen Gewandes ist ein sehr sprechendes Bild. „Keiner kann aus seiner Haut“, sagen wir manchmal. Aber hier wird der alte Mensch ausgezogen, wie wenn man Kleider auszieht, die dreckig sind. Und dann bekommt man einen neuen Menschen angezogen, ein neues Gewand angezogen, das Gewand Jesus Christus, so dass man Christus ähnlich wird. Durch die Taufe vollzieht sich diese Schicksalsgemeinschaft mit Jesus.

 

Damals, zu Zeiten des Paulus wurden die Menschen in der Regel nicht als Babys getauft wie heute, sondern in der Regel wurden früher erwachsene Menschen getauft. Wir hier in der Kirche sind vermutlich alle als Babys getauft worden. Wir können auch nichts dafür, dass wir getauft worden sind. Das war eine Entscheidung unserer Eltern, nicht unsere persönliche Entscheidung.

 

Aber in dem Augenblick, wo jemand als erwachsener Mensch oder als Jugendlicher im Vollbesitz seiner Kräfte ganz bewusst seine Taufe einmal nachvollzieht, wo er sagt: „Jesus, mein Leben gehört dir. Was damals die Eltern und Paten für mich getan haben, das möchte ich heute ganz persönlich hier tun. Ich möchte mein Leben in deine Hand legen.“ Da geschieht diese totale Verbindung mit Jesus Christus.

 

Wenn man da von Wiedergeburt redet - bei einer natürlichen Geburt ist es ja so, dass ein Kind komplett da ist, mit allen Fähigkeiten, mit allen Anlagen. Aber dann muss dieses Kind wachsen, es muss sich entwickeln, muss erzogen werden, muss vieles lernen bis an sein Lebensende.

Genau so ist es bei dem neuen Menschen, der in der Taufe aus Jesus Christus geboren wird. Der neue Mensch ist da mit allen Fähigkeiten und mit allen Anlagen. Und trotzdem muss er noch entwickelt werden, muss er noch vieles lernen auch als Christ. Er kann Rückschritte und Fortschritte machen. Aber das Entscheidende ist: Da ist in der Taufe ein neuer Mensch geboren. Da ist ein Mensch hinein genommen in die Schicksalsgemeinschaft mit Jesus Christus. Und er hat gleichsam eine Immunspritze bekommen gegen die Großmacht Sünde. Bei den Menschen dieser Welt heißt es: „Mit gefangen - mit gehangen“. Im christlichen Glauben heißt es: „Mit gekreuzigt - mit auferweckt - mit verherrlicht - mit befreit.“ Amen.

 

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Predigttext:          Mt 10,37-42

 

Predigt im MP3 Format

 

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Vor vielen Jahren hat an diesem Wochenende in der Vorabendmesse ein Paar geheiratet, mit dem ich seit langem befreundet bin. Und wie das dann so ist vor einer Hochzeit, einige Monate vorher sind die angehenden Eheleute ins Möbelgeschäft gegangen und haben sich Schlafzimmermöbel ausgesucht; und ich durfte mitgehen.

 

Vorher war schon festgelegt worden: Die Möbel sollten ‚Eiche rustikal’ sein. Wir kommen in das Möbelgeschäft und haben dem Verkäufer erklärt, was wir uns vorstellten. Dann sagt der Verkäufer uns: Sie haben drei Möglichkeiten, wenn es um ‚Eiche rustikal’ geht. Erste Möglichkeit: Sie nehmen ‚Eiche Imitation’, das ist sehr preiswert. Zweite Möglichkeit: Sie nehmen ‚Eiche furniert’, das ist schon etwas Echtes. Dritte Möglichkeit: Sie nehmen ‚Eiche massiv’. Aber, und da schaute er uns so von oben bis unten an - wir waren einfache Leute - Eiche massiv’, das muss man sich schon etwas kosten lassen.

 

Dann hat er uns Muster gezeigt, und ich muss sagen: Von Weitem sah das alles fast gleich aus, Eiche Imitation, Eiche furniert und Eiche massiv. Ich muss ganz ehrlich gestehen, von Weitem betrachtet, hat mir ‚Eiche Imitation’ sogar am besten gefallen. Aber wenn man da mal näher dran kam und angefasst hat, dann klebte ‚Eiche Imitation’ so komisch. Da hast du sofort bei der Berührung gemerkt: Das ist nicht echt, das ist nur Kunststoff.

Bei ‚Eiche furniert’ sagte uns der Möbelverkäufer: Da haben Sie schon etwas Echtes. Nur sie müssen bei ‚Eiche furniert’ natürlich damit rechnen: Wenn sie mit dem Möbelstück mal irgendwo anstoßen, dann kann es sein, dass vielleicht das Furnier abplatzt. Und dann kommen die billigen Spanplatten zum Vorschein, die unten drunter sind.

Und ‚Eiche massiv’, na ja, das hat eben seinen Preis.

 

Jetzt fragen Sie vielleicht: „Was hat das mit dem Evangelium zu tun?“ Das will ich ihnen erklären: Etwas Ähnliches gibt es nämlich auch im Christenleben. Da gibt es auch unter den Christen ‚christliche Imitation’; da gibt es ‚christliches Furnier’ (Altes Heidentum unten drunter, und ein paar Millimeter christliches Furnier draufgeklebt). Und es gibt ‚christlich massiv’, christlich durch und durch.

 

Wenn du die verschiedenen Arten von Christen von weitem anschaust, dann sehen die alle gleich aus. Aber wenn du mit ‚christlich Imitation’ einmal näher in Berührung kommst, dann spürst du sofort: Das ist nicht echt; lass lieber die Finger davon.

Bei ‚christlich furniert’, na ja, da ist schon was Echtes dran. Aber wenn Du bei ‚christlich Furnierten’ mal aneckst, oder wenn die mal unter Druck kommen, dann platzt oft ganz schnell das christliche Furnier ab, und dann kommt der alte Heide wieder zum Vorschein. Wenn du mit solchen Leuten aneckst, dann heißt es auf einmal genau wie bei den Heiden: „Wie du mir, so ich dir. Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Christlich Furnierte gehen vielleicht jeden Sonntag in die Kirche, aber wenn du dir den Alltag anschaust, das Alltagsleben, dann sind die genau wie alle anderen Heiden auch.

Und dann gibt es im Christentum auch solche, die ‚christlich massiv’ sind. Das sind dann Menschen, deren Urteil Gewicht hat. Aber auch im Christentum gilt: Wenn man ‚echt’ sein will, das muss man sich schon etwas kosten lassen.

 

Genau davon redet Jesus im Evangelium, von den Kosten, die auf uns zukommen, wenn wir zu den Seinen gehören. ‚Christlich massiv’, die Kosten dafür nennt Jesus ganz schlicht: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Oder wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.“ Das sind die Kosten. Mit anderen Worten: Jesus erwartet von uns, dass die engsten menschlichen Beziehungen zwischen Mutter und Tochter, zwischen Vater und Sohn oder zwischen Ehepartnern oder zwischen Freunden, dass diese tiefsten menschlichen Beziehungen an die zweite Stelle rücken, und dass die erste Stelle in unserem Leben er selber, Jesus Christus als der Herr, einnehmen darf.

 

Das hat ganz gewichtige Konsequenzen. Ich will ihnen dafür ein paar Beispiele sagen:

Ich habe als Kaplan ein Mädchen kennen gelernt, die hat Abitur gemacht, und sie hatte irgendwie tief im Herzen die Berufung gespürt, ins Kloster zu gehen. Das hat sie dann ihren Eltern erzählt, so kurz vor dem Abitur. Da hat die Mutter die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Sie war die einzige Tochter in der Familie. „Kind, wie kannst du uns das antun?“ Und wissen sie was das abenteuerlichste ist: Die gleiche Mutter hat jeden Priesterdonnerstag, das ist der erste Donnerstag im Monat, eine Stunde gebetet um Priester- und Ordensnachwuchs. Aber jetzt, wo ihre eigene Tochter damit ankam, platzte das christliche Furnier plötzlich ab. Und dann ging es nicht mehr um Berufung oder um Christus, sondern: „Wie kannst du uns das antun?“ Da kommt auf einmal der alte Egoist wieder raus. Da ist eine Berufung kaputt gegangen.

 

Ein anderes Beispiel: Ich habe als Pfarrer einmal einen Messdiener gehabt so im sechsten oder siebten Schuljahr. Und ich fragte ihn einmal in der Messdienerstunde so beiläufig: „Was willst du denn werden?“ Da sagte der zu mir: „Wenn ich ehrlich bin, würde ich am liebsten Priester werden, aber das geht nicht.“ Ich fragte: „Warum geht das denn nicht?“ „Ja, weil mein Vater festgelegt hat, dass ich den Hof übernehmen muss.“ Der ist bis heute total unglücklich. Er hat den Hof übernommen, aber er ist heute todunglücklich. Merken Sie, da kommt auf einmal, wenn das christliche Furnier abplatzt, der Egoist wieder raus. Da muss Christus auf den letzten Platz gehen.

 

Das gilt übrigens nicht nur für einzelne, das gilt auch etwa für die christlichen Verbände in unseren Pfarrgemeinden. Ich bin einmal in einer Gemeinde Präses der Kolpingfamilie gewesen. Kolping ist ja ein gestandener christlicher Verein. Dann hat die Kolpingfamilie über die Karwoche eine Studienfahrt nach Wien gemacht. Und da hat es das Programm, das sie selber aufgestellt haben, nicht zugelassen, dass sie am Ostersonntag in Wien eine heilige Messe besuchten. Als Kolpingfamilie war das nicht möglich. Theaterbesuche, Museumsbesuche, alles haben sie ins Programm reingekriegt, nur für eine heilige Messe war kein Platz mehr. Da ist das christliche Furnier abgeplatzt. Im Zweifelsfall muss Christus hinten anstehen.

 

Ich glaube, wir werden alle vor diese Frage gestellt: Sind wir ‚christliche Imitation’, sind wir ‚christlich furniert’ oder sind wir ‚massiv’, und lassen uns das etwas kosten.

 

Damals hat uns der Möbelverkäufer gesagt: Die Tendenz geht heute, wenn man sich das leisten kann, zu ‚Eiche massiv’. Das gilt in der Kirche auch. Die Tendenz geht zu denen, die Christ durch und durch sind, die sich das etwas kosten lassen. Ich sage in diesem Zusammenhang auch einmal: Wenn in unseren Pfarrgemeinden Kinder und Jugendliche so sehr fehlen, im Gottesdienst, aber auch in der Mitarbeit in der Gemeinde, ich bin im tiefsten davon überzeugt: Es hängt damit zusammen, dass die gestandenen Erwachsenen, die Elterngeneration, nicht mehr ‚massiv’ sind, sondern nur noch ‚Furnier’, das dann irgendwann abplatzt.

Die Tendenz geht zu ‚christlich massiv’.

 

Ich möchte schließen mit einer kurzen Geschichte, wobei ich gar nicht sicher bin, ob die wirklich passiert ist. Es wird erzählt, dass sie wirklich passiert ist, aber es klingt fast wie eine Anekdote:

Es hat am Ende des 19. Jahrhunderts in Süddeutschland einen General gegeben, Georg von Viebahn, ein evangelischer Christ. Der war nicht nur General, der war auch Laienprediger in der evangelischen Kirche. Da gab es so was. Und er war auch Missionar, Volksmissionar, und er hat Missionspredigten gehalten. Dieser General kommt in die Kaserne geritten, und er hatte sich in seine Uniformjacke unterwegs eine Klinke reingerissen. Er sieht da an der Mauer einen Rekruten stehen, hält sein Pferd an und fragt: „Sind sie Schneider?“ „Ja“, sagt der Rekrut, „ich bin Schneider.“ „Kommen Sie mit in die Kaserne!“ General von Viebahn nimmt den Rekruten mit in die Kaserne, zieht seine Jacke aus, hält sie ihm hin: „Flicken Sie mir die mal!“ „Ja“, sagt der Rekrut, „das kann ich nicht.“ „Wie, kann ich nicht, sie sind doch Schneider.“ „Ja“, sagt der Rekrut, „ich heiße Schneider, aber ich bin kein Schneider.“

Ob das bei uns Christen vielleicht auch manchmal so ist?    Amen.

 

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