Pfarrer Karl Sendker

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27. Sonntag B
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Predigten

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Predigt zur 1. Lesung:  Gen 2,18-24

Predigt zum Evangelium:  Mk 10,13-16

 

Predigttext:      Gen 2,18-24

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Ich glaube, man muss es nicht extra noch betonen, dass dieser Text nicht ein wissenschaftliches Protokoll ist, wie Gott die Frau geschaffen hat. Wenn in unserem Text der Erzähler sagt: „Gott, der Herr, lässt einen Tiefschlaf über den Menschen kommen“, dann bedeutet das ja: Dieses Geschehen ist der Erkenntnis des Menschen im letzten entzogen. Wie das alles geschehen ist, wie Gott die Frau gemacht hat, das ist dem Menschen im letzten unbekannt geblieben. Der Mensch selber ist in einen Tiefschlaf gefallen. Es ist seiner Verfügung entzogen. Und wenn das in dieser Erzählung so gesagt ist, dass Gott einen Tiefschlaf über den Menschen kommen ließ, dass er das gar nicht erlebt hat, wie Gott die Frau konkret geschaffen hat, dann sollen wir nicht darüber spekulieren und Erklärungsversuche unternehmen, um dieses Geheimnis zu erklären. Es bleibt für immer im Letzten ein Geheimnis.

 

Aber ich möchte doch einige Akzente setzen, von der heutigen Situation ausgehend, die mir in diesem Text wichtig sind.

Ein Erstes:

Dieser Text betont großem Nachdruck die Würde der Frau. Am Anfang heißt es: „Gott sprach: Es ist gut, dass der Mensch allein sei. Ich will ihm eine Hilfe machen.“ Natürlich könnte man aus diesem Wort ‚Hilfe’ schließen: Also ist die Frau doch untergeordnet. Sie ist Hilfe in des Mannes.

Aber genau das will der Text nicht sagen. Dieses Wort ‚Hilfe’ wird dem Alten Testament, besonders in den Psalmen, immer von Gott ausgesagt. Gott ist der Helfer, Gott ist die Hilfe. Und wenn das von Gott aus gesagt wird, dann kann Hilfe nicht etwas minderwertiges sein.

Zum anderen wird hier sehr deutlich gesagt: „Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. Dann führt Gott hat dem Menschen alle Tiere zu; und der Mensch soll den Tieren einen Namen geben. Indem der Mensch den Tieren einen Namen geben darf, bekommt er gleichsam auch Verfügungsgewalt über die Tiere.

Und dann heißt es: Der Mensch gab jedem Tier seinen Namen. Aber eine Hilfe, die ihm entsprach, fand er nicht. Die Tiere stehen unter dem Menschen. Natürlich kann sich der Mensch die Tiere dienstbar machen, dass sie ihm eine Hilfe sind bei der Arbeit. Aber eine Hilfe, die im Tierreich angesiedelt ist, ist nicht eine Hilfe, die ihm entspricht. Eine Hilfe, die ihm entspricht, hat nicht ihren Platz unter dem Mann, sondern hat ihre Würde neben dem Mann. Und damit bekommt die Frau eine ganz große Würde. Sie ist dem Mann nebengeordnet und nicht untergeordnet. In der ersten Schöpfungserzählung im ersten Kapitel des Buches Genesis heißt es: „Gott schuf sie als Mann und Frau, im Ebenbild Gottes. Beide sind gleichermaßen im Ebenbild Gottes geschaffen. Gut, das Volk Israel und auch wir haben das bis auf den heutigen Tag nicht durchgehalten. Irgendwo ist die Frau immer ein Stück dem Mann untergeordnet worden. Aber von der Schöpfungsordnung her ist sie dem Mann nebengeordnet und nicht untergeordnet.

Das kommt in diesem Text in einer Weise zum Ausdruck, die man sprachlich im Deutschen kaum nachmachen kann. Als Gott an Menschen die Frau zugeführt hat, da sagt der Mann mit einem Jubel: Das ist endlich Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Und jetzt kommt dieses Wort hat: Frau soll sie heißen, denn vom Mann ist sie genommen. Das hebräische Wort für ‚Mann’ heißt ‚isch’, das hebräische Wort für Frau heißt ‚ischa’. Beide Worte haben den gleichen Wortstamm. Wenn man dieses Wortspiel im Deutschen nachmachen will, dann könnte man vielleicht übersetzen: „Männin soll sie heißen, denn vom Mann ist sie genommen.“ Bis in den Wortstamm hinein wird sie dem Mann nebengeordnet  und nicht untergeordnet.

Wir leben heute in einer Zeit, wo die Gleichberechtigung von Mann und Frau sehr betont wird. Und doch sind wir auch heute wieder in Gefahr, dass die Frau instrumentalisiert wird. Ich denke daran, wie sehr heute Frauen in der Werbung vermarktet werden. Oder noch deutlicher: Der Körper der Frau wird in der Werbung vermarktet. Das ist unter der Würde, die Gott den Menschen gegeben hat. Es ist eigentlich paradox: In dem Maße, wie wir heute die Würde der Frau betonen und einfordern, in dem Maße lassen wir zu, dass eine Frau indirekt vermarktet wird. Vor vielen Jahren hat einmal ein Jugendlicher gesagt, und der hat vielleicht damit in Nagel auf den Kopf getroffen: Wenn man die Werbung anschaut, dann ist die Frau eigentlich nicht mehr Personen, sondern ‚Playboyzubehör’, Zubehör eines Playboys. Und auch gegenüber diesen Tendenzen in unserer Gesellschaft, wo der Mann sich die Frau untertan macht auch in Vermarktung des Körpers, sagt die Bibel: Mann und Frau haben die gleiche Würde. Sie haben eine Würde als Person, und nicht als Sache.

 

Ein Zweites: Hier wird sehr deutlich gesagt, und das ist auf dem Hintergrund unserer Diskussion auch wichtig, dass die beiden Geschlechter einander zuordnet sind, und dass der Mann Vater und Mutter verlässt und sich an seine Frau bindet. Hier wird die Institution Ehe gleichsam in der Schöpfungsordnung verankert. Aber es ist eine Ordnung zwischen den beiden Geschlechtern, die hier gestiftet wird. Ich sag das einmal sehr pointiert auf dem Hintergrund der heutigen Diskussion, wo die Tendenz sichtbar wird, gleichgeschlechtliche Paare der Ehe gleichzustellen. Es ist hier nicht der Platz, über homosexuelle Veranlagung zu urteilen. Aber eins ist von der Heilige Schrift her ganz eindeutig klar: Eine Gesellschaft, die eine gleichgeschlechtliche Beziehung der Ehe gleichstellt, verstößt gegen die Schöpfungsordnung Gottes. Und da kann auf die Dauer nicht gut gehen, das führt zum Zerbruch dieser Gesellschaft.

 

Schließlich noch einen Gedanken aus den letzten Vers. Da heißt es: „Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch.“ Hier sind ein paar Vokabeln gebraucht, die sehr wichtig sind. Da heißt es: „Der Mann bindet sich an seine Frau.“ Das Wort ‚bindet sich’ könnte man auch übersetzen: „er wird seiner Frau anhangen“. Das hebräische Wort, das da gebraucht wird, bedeutet eigentlich ‚zusammen kleben’, zusammen leimen’. So wie durch Klebstoff zwei Dinge zusammengeleimt werden und nicht mehr getrennt werden können, so ist diese Bindung von und Frau gedacht. Und so ist in dieser Schöpfungsordnung hier am Anfang der Bibel schon Grund gelegt: „Was Gott verbunden hat, das kann der Mensch nicht trennen.“ Es ist gleichsam zusammengeleimt.

Und diese Bindung ist stärker als die Bindung an Vater und Mutter, obwohl die Bindung an die Ursprungsfamilie, die Verbindung durch die Blutsverwandtschaft schon sehr eng ist. Aber was hier in der Ehe verbunden ist, das ist wie zusammengeleimt.

Außerdem ist hier sehr deutlich gesagt: Der Mann verlässt Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau. Nicht an eine Frau, sondern an seine Frau. Damit wird auf der einen Seite die Unauflöslichkeit betont, die nicht mehr zu trennen ist. Es wird aber auch die Einehe betont. Jeder hat seine Frau.

Auch das hat Israel im Lauf seiner Geschichte nicht durchgehalten. Man denke nur daran, wie viel Frauen König Salomo gehabt hat. Auf der anderen Seite denke man auch daran, wie gerade diese vielen Frauen des Königs Salomo letztlich dazu geführt haben, da sein Herz sich von Gott abgewendet hat und sich anderen Göttern zugewandt hat. Und dadurch ist Israel in eine ganz schwierige nationale Krise gekommen, die letztlich zur Spaltung in das Nordreich und das Südreich führte.

Und, so heißt es hier: „Sie werden ein Fleisch sein.“ Hier geht es nicht zunächst um etwas sexuelles. Der Ausdruck Fleisch bedeutet in der Sprache der Hebräer: die menschliche Person als Ganzes in dieser Schöpfungsordnung. Das heißt: Es werden nicht mehr zwei Personen da sein, sondern sie werden gleichsam eine Person. Sie werden im ganzen menschlichen Dasein eins und nicht nur in der Sexualität. Auf diese Stelle nimmt Jesus Bezug dann im Evangelium, das wir an diesem Sonntag hören.  Amen.

 

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Predigttext:      Mk 10,13-16

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Einen Welttag des Kindes hat man im Altertum, zur Zeit Jesu nicht gefeiert. Man hat sich auch keine Gedanken gemacht über das Seelenleben des Kindes, wenn ein Kind mal eine Tracht Prügel bekam. Man hat ein Kind auch nicht so verhätschelt, wie das heute in unserer Gesellschaft manchmal der Fall ist. Kinder zählten damals nichts. Das waren die Unmündigen, wörtlich gesagt: die, die den Mund nicht aufmachen durften, die die Klappe zu halten hatten. Kinder zählten nichts.

Darum kann man sich gut vorstellen, als damals einige Mütter zu Jesus kommen mit ihren Kindern, dass die Jünger die Mütter schroff abgewiesen haben. Was wollen die denn hier? Die sollen den Mund halten, die stören nur. Verkündigung ist etwas für Erwachsene und nicht für Kinder. Aber dann kriegt Jesus das mit, und er sagt: „Nein, nicht wegschicken! Lasst die Kinder zu mir kommen.“ Und er holt sie ganz nach vorne, die Mütter mit ihren Kindern. Er nimmt sie in die Arme, wörtlich steht da: Er drückte sie, er herzte sie, er legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Und dann tut Jesus etwas, was für die damalige Zeit fast eine Revolution ist. Er stellt ein solches Kind als Maßstab hin für die Erwachsenen: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, dann werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.“ Warum nimmt Jesus als Maßstab für das Himmelreich ausgerechnet ein Kind? Vielleicht, weil die Kinder so niedlich sind, die kleinen. Aber das zählte damals ja überhaupt nicht. Oder vielleicht, weil Kinder so unschuldig sind. Aber jeder Vater und jede Mutter weiß: Kinder sind gar nicht so unschuldig; die können manchmal ganz schön bockig sein. Warum nimmt Jesus ausgerechnet ein Kind?

 

Ich will ihnen heute morgen keine theoretische Predigt halten. Ich will ihnen einfach vier Episoden erzählen, die ich mit meinem Neffen erlebt habe als er noch klein war. Da hat Gott mir die Augen geöffnet, warum er ein Kind als Maßstab nimmt. Vier kleine Episoden.

 

Ein Erstes: Als mein Neffe noch klein war, wenn ich dann nach Hause kam, dann musste ich mit ihm immer ein Spiel spielen, das hatte er besonders gerne, und dieses Spiel nannte er: „fliegen“. Jedes Mal wenn ich kam: „Onkel Karl, einmal fliegen.“ Das bedeutete: ich musste ihn in die Luft werfen und ihn dann wieder auffangen. Je höher ich ihn geworfen habe, umso mehr hat der Kleine vor Vergnügen gequietscht. Meine Schwester, seine Mutter hat manchmal dabei gestanden und hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen: Wenn du ihn mal nicht halten kannst? Was ist dann, wenn er dir mal durch die Hände rutscht? Darüber hat der Kleine sich überhaupt keine Gedanken gemacht. Hauptsache: hoch geflogen. Und da unten da ist ja der Onkel Karl, der hat starke Hände und der fängt mich schon wieder auf.

Ich glaube, das ist für unsere Beziehung zu Gott etwas ganz Wichtiges. Können wir glauben, können wir leben in dem Bewusstsein, dass da ein Gott ist mit seinen starken Händen, der uns auffängt, der uns hält? Jeder von uns ist ja, wie man so schön sagt, so ins Dasein hineingeworfen. Und manchmal kommt man in Situationen, wo einem der Boden unter den Füßen weggezogen ist, wo man meint: Ich habe überhaupt keinen Halt mehr. Kannst Du dann glauben, dass da ein Gott ist dessen Arme Dich halten, dessen Hände dich tragen. Das kannst du von einem kleinen Kind lernen, dieses Urvertrauen: Da unten ist einer, der mich hält.

 

Ein Zweites, warum Jesus ein Kind als Maßstab hinstellt: Kinder können noch ganz unkompliziert beten. Ich bin einmal nach Hause gekommen zu meinem kleinen Neffen, und als guter Onkel bringt man dann meist was mit. Nun hatte ich aber nichts dabei, und so habe ich ihm einen Euro geschenkt (damals noch zwei Mark). Mein Neffe geht freudestrahlend zu meiner Schwester und sagt: „Mama, Onkel Karl hat mir zwei Mark geschenkt. Würdest du dich wohl morgen über eine Tafel Schokolade freuen?“ Meine Schwester sagt: „Natürlich würde ich mich über eine Tafel Schokolade freuen.“ Und dann war die Sache vorbei. Aber dann kam einige Stunden später das Abendgebet. Mein Neffe hat das genauso gemacht wie die meisten Kinder. Er hatte so ein auswendig gelerntes Gebet. Nur beim Abendgebet war das bei ihm immer so: Er nannte das dann immer „freihändig beten“, das heißt, er durfte mit eigenen Worten weiterbeten. Und wenn das „freihändige Beten“ drankam, dann war es immer spannend. Auch an diesem Abend hat er erst sein „normales“ Abendgebet gebetet. Aber dann ging es „freihändig“ weiter: „Lieber Gott, mach, dass der Edekaladen morgen billige Schokolade hat.“ Er wollte ja nicht sein ganzes Geld los werden, aber er wollte der Mama doch auch eine Freude machen.

Da hat Gott hinterher zu meinem Herzen geredet und hat gesagt: Was macht ihr das manchmal mit eurem Beten kompliziert. Dabei könntet ihr das so einfach machen wie ein kleines Kind. Ich habe übrigens etwas ähnliches einmal erlebt, als ich in Italien im Urlaub war am Mittelmeer. Ich komme vom Strand nach Hause, da läuft vor mir so ein kleiner Junge an der Hand seines Papas. Und auf einmal schaut der Kleine zu seinem Papa nach oben und sagt: „Papa, Arme.“ Und schwups hat der Papa den Kleinen genommen, hat ihn auf die Schultern gesetzt und hat ihn nach Hause getragen. Da hat Gott auch zu meinem Herzen gesprochen: „Was macht ihr das manchmal kompliziert.“ Wissen Sie, wie ein guter Katholik dann beten würde: „Guter Vater im Himmel, du weißt, dass ich heute einen ganz schweren Tag hinter mir habe. Es war so anstrengend und der Weg heute morgen zum Strand der war so weit; und nach Hause ist es auch noch so eine lange Strecke zu laufen. Könntest du mir nicht ein kleines bisschen Erleichterung verschaffen.“ Der Kleine sagt einfach nur: „Papa, Arme.“

Ich habe schon oft den Eltern beim Taufgespräch gesagt: wenn Sie mit wachen Augen Ihre Kinder erleben, auch das Glaubensleben ihrer Kinder, sie können mit den Kindern glauben lernen und beten lernen. So unkompliziert wie ein kleines Kind.

 

Eine dritte Episode: Ich komme nach Hause zu meinem Neffen, ich hatte ihm wieder etwas mitgebracht, ich weiß nicht mehr was. Aber er hatte gerade seinen schlechten Tag. Ich wollte ihm das geben. „Will er nicht!“ Ich sage zu ihm: „Sollen wir denn draußen mal Fußball spielen? „Nein, will er nicht! Hau doch ab! Ich bin nicht mehr sein Freund.“ Manchmal ist das ja bei Kindern so. Ich habe gedacht: na ja gut, dann lass ihn mal. Dann haben wir nachmittags Kaffee getrunken. Und so am frühen Abend sitze ich auf dem Sofa im Wohnzimmer, ganz alleine. Und auf einmal kommt mein Neffe so auf dem Boden angekrabbelt, er schaut mich so von unten an und sagt: „Onkel Karl, bin ich wieder dein Freund?“ Glauben Sie mir, mir haben die Tränen in den Augen gestanden. Und ich habe den Kleinen genommen, hab ihn gedrückt und hab gesagt: „Natürlich bist du mein Freund, ist doch ganz klar.“

Und jetzt überlegen Sie einmal. Mit Gott machen wir das oft genau so. Gott will uns alles Gute schenken, und dann sagen wir so oft: „Will er nicht! Hau doch ab! Ich will mit dir nichts mehr zu tun haben.“ Und wenn wir dann irgendwann einmal so wie ein kleines Kind zu ihm kommen und zu ihm aufschauen, nachdem wir ihn immer abgewiesen haben, und dann sagen: „Bin ich wieder dein Freund?“ Wenn mir schon die Tränen in den Augen gestanden haben, meinen sie nicht, jetzt bildlich gesprochen, dass Gott vor Freude Tränen in den Augen hat? Lesen Sie einmal auf diesem Hintergrund das Gleichnis vom Verlorenen Sohn, der zurückkommt zu seinem Vater. Wie der Vater ihn in die Arme schließt und einfach nur vor Freude ein großes Fest feiert. Das ist übrigens Buße. Dann bekommt Buße auf einmal einen ganz frohen Charakter und ist etwas ganz Freudiges.

Lerne das von einem Kind: Du kannst in jeder Lage zu Gott kommen, auch wenn Du noch so oft gesagt hast: „Will er nicht! Hau doch ab!“

 

Und ein Letztes. Ich könnte noch viel erzählen aber dann würde die Predigt zu lange dauern. Ein Letztes in diesem Zusammenhang: Ich habe einmal erlebt, dass mein Neffe auf der Straße verprügelt worden ist von größeren Jungen. Und weil er klein war, er konnte sich nicht wehren. Irgendwann hat er sich dann losgerissen und ist nach Hause gerannt. Und dann hat er sich noch mal umgedreht und hat den anderen zugerufen: „Das sage ich meinem Papa; mein Papa ist viel stärker als ihr.“

Sehen Sie, jeder von uns wird auch in Situationen kommen in seinem Leben, wo man nicht mehr weiter kann, wo man sich einer Übermacht gegenüber sieht. Und dann immer noch diese Möglichkeit zu haben, die mir nie genommen wird: „Das sage ich meinem Papa, mein Papa ist stärker.“ Mein Papa kann alles, davon war mein Neffe vollkommen überzeugt. In der biblischen Sprache heißt das: „Für Gott ist kein Ding unmöglich.“ Lerne das von einem Kind: „Das sag ich meinem Papa, mein Papa ist stärker.“ Wir haben einen großen Gott.

Ich wünsche Ihnen das eine: Dass Sie mit wachen Augen Kinder anschauen können, und dass Gott Ihnen dann die Augen ihres Herzens öffnet, damit sie durch das vordergründige Verhalten hindurchschauen und auf einmal entdecken, dass wir einen Vater haben, dessen Kinder wir sind. Und genauso, wie ein kleines Kind sich dem Papa verhält, genauso unkompliziert dürfen wir mit unserem himmlischen Vater umgehen.

„Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ...!“ Lernt das von ihnen.   Amen.

 

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