Pfarrer Karl Sendker

Predigten - Hilfen zur Bibelarbeit

Gottesdienste - geistliches Leben

 

31. Sonntag B
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Predigten

Predigtverzeichnis  nach Bibelstellen geordnet

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Predigt zur 1. Lesung:  Dtn 6,2-6

Predigt zum Evangelium:  Mk 12,28b-34

Predigttext:      Dtn 6,2-6

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Es gibt im Alten Testament eine Verheißung, eine Zusage Gottes, die geradezu abenteuerlich ist. Diese Zusage Gottes finden wir im ersten Psalm. Da wird von einem bestimmten Mann gesagt: „Alles, was er tut, wird ihm gelingen.“ Alles, was er tut, wird diesem Mann gelingen.

Stell Dir einmal vor, Du stehst morgens auf und beginnst den Tag mit einem Gebet, mit einer stillen Zeit. Und Gott sagt dir zu: Alles, was du tust wird dir gelingen. Das ist eine große Zusage.

Und dann wird das gleiche im ersten Psalm noch einmal in einem Bildwort gesagt: Dieser Mann „gleicht einem Baum, der am Rande der Wasser gepflanzt ist, der Früchte trägt zur rechten Zeit, und dessen Blätter nicht welken. Ja, alles was er tut wird ihm gelingen“.

Was ist das für ein Mann? An welche Bedingungen ist diese Zusage Gottes geknüpft, die so abenteuerlich klingt. „Alles, was er tut, wird ihm gelingen.“? Zunächst werden drei negative Bedingungen genannt: Das ist ein Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, der nicht auf dem Weg der Sünder geht, der nicht in der Runde der Spötter sitzt. Aber dann kommt eine positive Qualifikation dieses Mannes, und die ist mir heute wichtig. Es ist ein Mann, „der Freude hat an der Weisung des Herrn, der über seiner Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht“.

Es geht hier um die Freude an der Weisung des Herrn, um die Freude am Wort Gottes. Und hier wird ausgedrückt, ein Mensch der Freude hat an der Weisung Jahwes, der über seiner Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht. Das heißt: wo die Weisung Gottes sein Leben ganz prägen kann. Einem solchen Mann wird alles gelingen (einer Frau natürlich auch).

Etwas ähnliches finden wir in der Bibel im Buch Josua. Gleich im ersten Kapitel, als Josua die Berufung bekommt, das Volk Israel ins gelobte Land zu führen, sagt Gott ihm: „Das Buch dieses Gesetzes sei allezeit auf deinen Lippen. Sinne darüber bei Tag und bei Nacht, dass du darauf achtest, nach allem zu handeln was darin geschrieben steht. Dann hast du Glück in deinen Unternehmungen, dann wird es dir gelingen.“

Da gleiche wie im ersten Psalm: Du hast Glück in deinen Unternehmungen; ich lasse es dir gelingen. Und woran ist das bei Josua geknüpft? „Lass das Buch dieses Gesetzes auf deinen Lippen sein. Sinne darüber und handle danach, nach all dem, was du darin liest, und was darin geschrieben steht.

 

Diese Freude an der Weisung Gottes will uns auch das Buch Deuteronomium vermitteln, aus dem heute unsere Lesung genommen ist. Wir lesen da: „Wenn du den Herrn, deinen Gott, fürchtest, indem auf alle seine Gesetze und Gebote achtest, dann wirst du ein langes Leben haben.“ Und langes Leben ist ja nicht nur ein zeitlich langes Leben. Jesus würde das ausdrücken: Du wirst ein Leben in Fülle haben, ein erfülltes, ein randvoll erfülltes Leben. „Du sollst darauf achten, sollst es halten, damit ihr zahlreich werdet, damit es dir gut geht, so wie Gott es dir zugesagt hat.“

Immer wieder wird ein geglücktes Leben, wo Gott es uns alles gelingen lässt, daran gebunden, dass wir das Wort Gottes, seine Weisung, hören, darüber nachsinnen, Freude daran haben und es tun. Das letzte ist wichtig. Es wird Wert darauf gelegt, „danach zu handeln“.

Sehen sie, für manche ist die Bibel überhaupt kein Thema, die lesen überhaupt nicht im Wort Gottes.

Es gibt aber auch Menschen, die lesen zwar in der Bibel, handeln aber nicht danach. Aber die Bibel ist aber nicht ein Buch, das schön ist zum Lesen, sondern die Bibel ist ein Buch von ganz anderer Art.

Sehen sie, ein Roman, den kann man lesen und sich daran erfreuen. Aber es gibt eine andere Kategorie von Büchern, die sind eigentlich nicht dazu da, dass man sie liest, sondern es sind reine Handlungsimpulse Ein Kochbuch zum Beispiel ist ja nicht dazu da, schöne Bilder anzuschauen und schöne Texte zu lesen, wenn etwa ein Gericht schön beschrieben wird.

Eine Mutter kann ja auch nicht mittags hingehen, ein Kochbuch herum reichen und sagen:; „Schaut euch mal die Seite siebenundfünfzig an, da steht ein leckeres Gericht.“ Nein, so ein Kochbuch ist dazu da, Appetit anzuregen, und um Anregung zu bekommen. Aber dann es auch zu tun, danach zu handeln, dieses Rezept auszuprobieren. Es sollen dann alle Leute sagen: „Meine Güte, was gibt es heute etwas Schmackhaftes zu essen.“

 Ähnlich ist es bei einer Bedienungsanleitung für ein kompliziertes technisches Gerät. Jedes Mal wenn du dir einen Computer kaufst, einen DVD-Recorder kaufst, oder irgendein kompliziertes technisches Gerät, dann hat der Hersteller ein Herstellerhandbuch dabei gelegt, eine Bedienungsanleitung. Die ist manchmal nicht schön zu lesen, aber sie ist wichtig, damit ich das Gerät sachgemäß bedienen kann. Wenn ich es nicht sachgemäß bediene, wenn ich mich an diese Bedienungsanleitung nicht halte, dann laufe ich Gefahr, das Gerät durch eine Fehlbedienung zu zerstören. Und wenn heute die technischen Geräte meistens so ausgerüstet sind, dass man sie durch eine Fehlbedienung nicht zerstören kann, dann läuft man zumindest Gefahr, dass man die vielen Finessen, die technischen Möglichkeiten, die der Hersteller in dieses Gerät hineingebaut hat, dass man die gar nicht entdeckt. Dann kannst du vielleicht mit einem Computer einen Text schreiben, aber die unendlichen vielen Möglichkeiten entdeckst du nur, wenn du das Herstellerhandbuch liest, und wenn du danach handelst. Ein Herstellerhandbuch, eine Bedienungsanleitung ist nicht unbedingt schön zu lesen, aber sie ist ein wichtiger Handlungsimpuls damit das Arbeiten, das Leben mit diesem technischen Gerät gelingt.

Und sehen Sie, der Schöpfer des Lebens, oder anders ausgesprochen, der Hersteller des Lebens, möchte, dass unser Leben, unser Zusammenleben gelingt. Und darum hat er uns so ein Handbuch in die Hand gegeben, wie eine Bedienungsanleitung. Und er garantiert uns, wenn wir uns an diese Bedienungsanleitung halten, dass das Leben gelingt. Und diese Bedienungsanleitungen werden immer wieder genannt. Es sind seine Weisungen, die er gegeben hat in seinem Wort.

Wenn wir das Wort Gottes lesen und hören, sollten wir immer darauf achten: Welcher Handlungsimpuls liegt in diesem Wort heute für mich. Es kann sein, dass der Handlungsimpuls darin liegt, dass ich meinetwegen wie die Gottesmutter sage „Mir geschehe nach deinem Wort“, wenn ich eine Verheißung finde in seinem Wort. Es kann aber auch sein, dass diese Antwort, dieses Handeln nach den Weisungen Gottes, darin besteht, dass ich wie Petrus sage: „Auf dein Wort hin will ich die Netze noch einmal auswerfen.“ So könnte die Reaktion sein, wenn ich eine Aufforderung Gottes an mich in Bibeltext entdecke.

Aber wichtig ist es, Freude zu haben an diesem Wort, und den Handlungsimpuls zu finden, den Gott heute von mir möchte. „Achte darauf, nach allem zu handeln, dann geht es dir gut, dann werdet ihr unermesslich zahlreich, so wie es der Herr dein Gott dir zugesagt hat.“

 

Im letzten Vers unserer Lesung finden wir noch einen Gedanken, der dann im Neuen Testament noch einmal aufgegriffen wird. Da heißt es in Vers sechs: „Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen.“ Das ist mir ganz wichtig. Es geht nicht darum, dass wir das Wort Gottes auswendig können, dass wir es im Kopf haben, dass wir es dann aufsagen können. Manchmal haben Leute zu mir gesagt: „Wenn ich die Bibel so gut kennen würde wie sie …“. Aber darum geht es überhaupt nicht. Ich habe manchmal gesagt: Man muss die Bibel nicht auswendig können, man muss sie inwendig können, man muss sie in seinem Herzen haben.

Von der Gottesmutter Maria wird an zwei Stellen im Lukasevangelium gesagt, einmal im Zusammenhang mit der Geburt Jesu und dann im Zusammenhang mit dem zwölfjährigen Jesus im Tempel: Maria verstand das alles nicht, „aber sie bewahrte alles in ihrem Herzen, und bewegte es in ihrem Herzen“. Das ist das Geheimnis, dass man das Wort Gottes ins Herz hinein lässt, es im Herzen bewegt und lebendig hält. Gerade auch Dinge die ich nicht verstanden habe. Es ist ganz wichtig, dass wir das, was Gott uns sagt, ins Herz hinein lassen. Das Wort Gottes soll mir eine Herzensangelegenheit sein. Oder wie der Apostel Paulus im Kolosserbrief sagt: „Das Wort Gottes wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch.“

Und wenn man dann noch bedenkt, dass im Johannesevangelium das Wort einen Namen hat, nämlich Jesus, dann bedeutet das im tiefsten: Wenn ich das Wort Gottes in mich einlasse, dann lasse ich IHN ein. Und er, der das Wort Gottes ist, garantiert mir, dass das Leben gelingt.  Amen.

         

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Predigttext:      Mk 12,28b-34

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Wenn man vor einem großen alten Schloss steht, wo früher vielleicht einmal ein König gewohnt hat, oder wenn man vor einer großen Ritterburg steht, dann findet man dort ganz riesige, große Eingangstüren. Die sind manchmal doppelt und dreimal so hoch, wie ein Mensch groß ist. Und schon die Türklinke ist so hoch, dass man hoch hinlangen muss, um überhaupt an die Türklinke zu kommen. Wenn man vor so einem Riesentor steht, dann denkt man manchmal unwillkürlich: Wie soll man so ein Riesentor überhaupt aufkriegen? Ich habe als Kind einmal vor so einem Tor gestanden und habe gedacht, das schaffst du nie, so ein großes Tor auf zu drücken.

Und dann ist man total verwundert, das war ich zumindest damals als Kind: Ich habe nur ganz leicht gegen die Tür gedrückt, und dieses riesige Tor ging fast wie von selbst auf. Das war kein „Sesam öffne dich“ wie im Märchen, das war was anderes. Wissen Sie, das war was anderes. Der Besitzer dieses Schlosses hatte die beiden Türangeln, in denen Tür hing, kräftig geölt. Und wenn diese Türangeln richtig geölt sind, dann brauchst du nur mit einem Finger ganz leicht dagegen drücken, und dieses riesige Tor geht auf.

Aber wehe, wenn der Schlossbesitzer diese beiden Türangeln hat einrosten lassen. Oder wenn auch nur eine von den beiden Türangeln eingerostet ist, dann kannst du dich mit ganzer Wucht gegen das Tor stemmen, und du kriegst das Tor nicht mehr auf. Dann stehst du draußen und kommst nicht mehr rein.

Und sehen Sie, die Türe zum Himmel, das große Tor zum Himmel hat auch zwei solche Torangeln. Und wenn diese Torangeln geschmiert sind, dann geht das Tor zum Himmel auch wie geschmiert auf. Aber wehe, man hat eine von diesen beiden Türangeln einrosten lassen.

Und wissen Sie, was diese beiden Türangeln sind bei der Himmelstüre? Davon hat Jesus heute im Evangelium gesprochen.

Die erste Türangel: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit all deinen Gedanken, mit deiner ganzen Kraft.“ Das ist die erste Türangel.

Und die zweite Türangel: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Wer diese beiden Gebote hält, der darf sicher sein, dass die Türe zum Himmel für ihn ganz weit aufgeht, da brauchst du gar keine Kraft anwenden. Aber lass diese beiden Gebote nicht einrosten: „Du sollst Gott lieben aus ganzem Herzen und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Jesus sagt: Es gibt kein Gebot, das wichtiger ist, als diese beiden Gebote. Und wenn wir diese beiden Gebote nicht beachten, dann geht es nicht um irgendeine Kleinigkeit, sondern dann geht es um die Frage, ob wir später einmal draußen stehen, oder ob wir drinnen sind.

 

Ich erinnere sie an das Gleichnis vom reichen Prasser und vom armen Lazarus. Der reiche Prasser hat geschlemmt und hat in Hülle und Fülle gelebt. Aber irgendwann starb der Reiche, und der Lazarus starb auch. Und Lazarus ist nun drinnen, und der reiche Prasser, der sein ganzes Geld verprasst hat, der ist draußen.

Hier geht es um die Frage, wo du deine Ewigkeit verbringen wirst. Das gleiche einmal ohne Bild gesagt: Der Apostel Johannes hat in seinem ersten Brief geschrieben - und da geht es auch um diese Frage: „Wir wissen, dass wir vom Tod zum Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder und Schwestern lieben.“ Aber er sagt im gleichen Atemzug: „Wer nicht liebt, der bleibt im Tod.“ Oder, wieder im Bild gesprochen: der ist draußen.

Ich denke schon, dass es wichtig ist für uns selbst, einmal die Probe zu machen. Wie sieht das denn mit diesen beiden Geboten aus? Hast Du Gott wirklich geliebt aus deinem ganzen Herzen, mit glühender Hingabe, mit all deinen Kräften? Oder bist du in diesem Punkt Energiesparer? Irgendwie liebt man Gott schon, aber so ein bisschen auf Sparflamme. Das ist ja in unserer Gesellschaft so üblich geworden: Na ja, wenn man nichts besseres zu tun hat, dann ist für den lieben Gott noch ein bisschen Energie übrig. Hast du Gott aus ganzem Herzen, mit all deiner Kraft, mit all deinen Gedanken geliebt?

Und dann noch mal konkreter gefragt: Woran kann man das denn merken? Liebe ist ja nicht nur eine Sache des Herzens, sondern Liebe wird ja auch irgendwo sichtbar. Woran kann man das bei dir merken?

Oder diese zweite Türangel: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ „Wie dich selbst“, seht da. Auch hier einmal ganz praktisch gefragt: Wie viel Geld wendest Du auf für dich selbst, und wie viel Geld wendest du auf für den Nächsten? Ich meine jetzt nicht das Geld, das man braucht um die Familie zu ernähren, sondern das, was ich für mich persönlich zur Verfügung habe. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Oder: es gibt ja etwas, was noch kostbarer ist, als Geld, das ist Zeit. Wie viel Zeit wende ich für mich selbst auf, wie viel Zeit für den Nächsten? Oder: wie viel Energie wende ich auf, damit ich Recht bekomme, und wie viel Energie wende ich auf, damit der andere zu seinem Recht kommt? Wie viel Kraft setze ich ein, damit ich gut raus komme, damit ich im Mittelpunkt stehen kann? Vielleicht auf Kosten eines anderen, der dann ein Mauerblümchendasein führt. Oder ist mir das ein Anliegen, dass der andere groß rauskommt und ich vielleicht mal abseits stehe. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, steht da. Das kann man ganz einfach prüfen. In allem, was in meinem Leben so ist, wie viel wende ich für mich auf und wie viel für den Nächsten?

Und denke daran, hier geht es ums Ganze. Und ich vermute mal, wenn wir in diesem Punkt ehrlich sind, dann wird wohl keiner mehr auf die Idee kommen und sagen: „Bei mir ist eigentlich nichts vorgekommen.“ Das wird ja heute manchmal so dahingesagt, wenn es um die Gebote Gottes geht. Und wenn einer das sagt: „Bei mir ist eigentlich nichts vorgekommen“, vielleicht ist das gerade dein Problem. Denn Gott wollte ja, dass in deinem Leben etwas vorkommt, etwas Positives. Und wenn du sagst: „Bei mir ist nichts vorgekommen“, möglicherweise kann man das dann auch auf das Gute beziehen, dass das Gute bei dir nicht vorgekommen ist.

 

Ich denke, wir alle, angefangen vom Pfarrer bis hin zu jedem Gemeindemitglied, werden dann zugeben müssen: Wenn dieses Gebot gilt, dieses Doppelgebot: „Du sollst Gott lieben aus ganzem Herzen, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, dann haben wir allen Grund, ganz kleine Brötchen zu backen. Und vermutlich laufen viele von uns – und wiederum fang ich bei mir selber an - Gefahr, dass wir dann einmal draußen stehen.

 

Aber wenn man das einmal im Tiefsten zugegeben hat, dann kommt uns ganz neu die Botschaft des Evangeliums zu Hilfe. Wenn wir diese ganze Seite einmal von Gott her sehen, dann darf man auch sagen: Als in uns nichts Liebenswertes mehr war, als wir unfähig gewesen sind, dieses Doppelgebot zu halten und das auch eingestanden haben, dann heißt es auf einmal mit den Worten des Apostels Paulus: „Gott beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren.“ Oder wie Johannes in seinem ersten Brief schreibt: „Wenn uns unser Herz verklagt, dann dürfen wir wissen: Gott ist größer als unser Herz.“ Und seine Liebe zu uns ist größer als unsere Schuld. Da wir in Christus einen Erlöser haben, dürfen wir mit unserer ganzen Unfertigkeit, mit unserer ganzen Unfähigkeit vor Gott hintreten und sagen: „Ich brauche Erlösung. Ich alleine habe es nicht geschafft. Aber ich danke dir, dass du mich erlöst hast.“

Und wenn dann einmal vor dem Angesicht Gottes jeder von uns gefragt wird, so wie Jesus den Petrus nach seiner Auferstehung, gefragt hat: „Simon Petrus, liebst du mich?“ Und wenn dann alle Selbstsicherheit auf einmal weg ist, und Jesus zum zweiten Mal und zum dritten Mal fragt: „Liebst du mich?“ Vielleicht kommt man dann auch zu dem Punkt, dass man wie Petrus mit einem zerbrochenen Herzen und mit Tränen in den Augen sagt: „Herr du weißt alles, du weißt auch dass ich dich liebe.“   Amen.

 

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