Pfarrer Karl Sendker

Predigten - Hilfen zur Bibelarbeit

Gottesdienste - geistliches Leben

 

6. Sonntag C
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Predigten

Predigtverzeichnis  nach Bibelstellen geordnet

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Predigt zur 1. Lesung:  Jer 17,5-8

 Predigt zur 2. Lesung: 1 Kor 15,12.16-20

Predigt zum Evangelium: Lk 6,17.20-26

Predigttext:      Jer 17,5-8

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Wir in Mitteleuropa kennen das eigentlich nur aus Bildern im Fernsehen. Aber für die Menschen im Orient ist das ein ganz lebendiges Bild, dieses Doppelbild, das der Prophet Jeremia heute in der Lesung gebraucht. Auf der einen Seite ein kahler Strauch in der Wüste, der nichts zum Leben hat, keine Blätter, keine Blüten. Der wird auch nie Früchte tragen. Ein einziges totes Bild der Hoffnungslosigkeit. Und auf der anderen Seite: Mitten in einer Wüste eine Oase, wo ein saftstrotzender Baum steht. Er strotzt vor Saft und Kraft, weil er unter seinen Wurzeln Wasserquellen hat. Und selbst wenn einmal ein trockenes, dürres Jahr kommt, braucht er sich keine Sorgen zu machen, er bringt immer gleichmäßig Frucht.

 

Aber der Prophet Jeremia verbindet mit diesem Doppelbild eine Botschaft. Er sagt: Bei diesem Bild geht es um zwei Typen von Menschen. Auf der einen Seite sagt er: „Verflucht ist der Mensch, der sich auch Menschen verlässt, der auf schwaches Fleisch seine Hoffnung baut. Der ist wie so ein verdorrter Strauch.“ Und auf der anderen Seite: „Selig der Mensch, der sich auf Gott verlässt, der alles von ihm erwartet. Der ist wie ein blühender Strauch mitten in einer Oase.“

Wenn man die Botschaft des Propheten Jeremia noch einmal ein Stückchen genauer unter die Lupe nimmt und den ganzen Zusammenhang sieht, dann meint der Prophet Jeremia mit diesem  Ausdruck „Verflucht ist der Mann“ den König in Jerusalem. Der König in Jerusalem war Zidkija. Zidkija ist ein König gewesen, wenn zu seiner Zeit politische Wirren kamen, oder wenn Angriffe von außen drohten, dann hat er nach überall hin seine Fühler aus gestreckt und hat Bündnispolitik getrieben. Bündnisse mit Ägypten, mit Assyrien, mit Babylon, mit Tyrus , je nach der Politischen Großwetterlage. Überall in hat König Zidkija seine Fühler ausgestreut, nur nicht nach oben, zu Gott hin. Von Gott hat er nichts erwartet. Und diesem Treiben des Königs Zidkija ruft der Prophet Jeremia, in dem Bildwort zu: „Verflucht ist der Mann, der sich auch Menschen verlässt, der seine Hoffnung setzt auf schwaches Fleisch.“

 

Es da gar nicht lange gedauert, dann hat der Prophet Jeremia Recht behalten. Dann ist das Gericht, dieser Fluch über das Volk in Jerusalem hereingebrochen. Der Prophet Jeremia hat selber noch miterlebt, dass das Volk Israel gleichsam ausradiert worden ist. Es wurde in die babylonische Gefangenschaft verschleppt. Und dann saßen sie an den Strömen von Babylon wie ein Häufchen Elend, ohne jede Hoffnung, wie ein verdorrter Strauch, der seine Wurzeln in der Wüste hat. Das Bild war Wirklichkeit geworden.

 

Aber es hat sich in Israel auch das andere Bildwort verwirklicht. Es gibt noch einen König in Israel, der hieß Joschaphat. Auch er war König in Jerusalem. Das war, ein König, der wirklich seine Fühler nach oben aus gestreckt hat. Als es in seinen Tagen geschah, dass drei feindliche Heere gegen Jerusalem heranrückten, da hat er einen Tag des Gebetes ausgerufen für alle Bewohner Jerusalems. Und dann haben sie Gott angefleht und gerufen: „In uns es keine Kraft angesichts des großen Haufens, der gegen uns daran zieht. Aber unsere Augen sind auf DICH gerichtet.“ Und Gott hat dem betenden Volk Antwort gegeben durch einen Propheten mit dem Namen Jahasiel. Gott hat ihnen durch den Propheten gesagt: „Ihr braucht keine Angst zu haben angesichts des großen Haufens, der gegen euch heranziehen. Nicht für euch ist der Kampf bestimmt, sondern für mich.“ Ihr werdet den Kampf als Zuschauer erleben.

Und als dann König Joschaphat im Gebet Gott fragte: „Können wir denn gar nichts tun? Können wir denn gar nichts machen?“, da hat Gott geantwortet: „Wenn ihr etwas tun wollt, dann tut folgendes: Morgen früh, wenn die drei feindlichen Heere heranrücken sollt ihr euch in einer Schlachtreihe aufstellen. Aber dann stellt an die Spitze des Heeres nicht die Bogenschützen wie sonst immer, sondern an die Spitze des Heeres stellt den Kirchenchor, die Sänger, die Bläser. Die sollen mit lauter Stimme Gott loben und preisen. Sie sollen dieses uralte Danklied singen: Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig.“ Das Volk Israel hat das so gemacht. Und wissen Sie was dann passiert: In dem Augenblick, als sie mit dem Lobpreis anfangen, da bekommen die drei feindlichen Heere untereinander Streit, und sie machen sich gegenseitig fertig. Israel steht als Zuschauer dabei und kann es überhaupt nicht fassen, dass sie gerettet werden, ohne dass ein Pfeil abgeschossen wurde.

Das ist auch Realität, weil Menschen ihre Fühler nach oben ausgestreckt haben, zum lebendigen Gott.

 

Aber nun soll diese Predigt heute ja nicht eine Nachhilfestunde in biblischer Geschichte sein. Der Prophet Jeremia hat auch eine Botschaft für uns heute.

Ob das nicht für uns heute auch gilt, diese politische Botschaft: „Verflucht der Mann, der sich auch Menschen verlässt, der die Fühler nicht mehr nach Gott ausstreckt, der sich von Gott abgewendet?“ Wenn wir einmal überlegen: Wir werden in Deutschland regiert von Politikern, die es bei ihrer Vereidigung nicht mehr über die Lippen bringen: „…so wahr mir Gott helfe!“ Sie meinen, sie brauchen die Hilfe Gottes nicht. Wir werden geführt von Menschen in der Politik, in der Wirtschaft, in Gewerkschaften, die ihre Fühler nicht mehr nach oben ausstrecken. Alles andere ist wichtig, die Börse, der Arbeitsmarkt usw. Und dann wird etwa der Tag des Herrn, der Sonntag, genau so ein Arbeitstag wie alle anderen Tage auch. Keiner streckt die Fühler nach oben aus. Und was sagt Jeremia: Sie sind wie ein Baum in der Steppe, der keinen Saft und keine Kraft mehr hat. Und dann schau Dir einmal die Realität in unserem Volk, in unserem Land an. Alles das, was wir als ‚Machwerk unserer Hände’ aufgebaut haben ohne Gott, das zerrinnt uns unter den Fingern.

Schau Dir die Menschen an, die ihr Geld an der Börse angelegt haben in den letzten Jahren, wie viel Verluste sie hinnehmen mussten. Vielleicht haben wir noch die Worte der Politiker im Ohr, die noch vor wenigen Jahren immer proklamiert haben: „Die Rente ist sicher.“ Heute weiß jeder, dass die Rente nicht mehr sicher ist. Schau Dir unser ganzes Gesundheitssystem an (oder soll man besser sagen Krankheitssystem): Alles bricht uns unter den Fingern weg. Aber wer kommt angesichts dieser Krisensituation auf den Gedanken, wie damals König Joschaphat, einen Tag des Gebetes auszurufen. Wir haben statt dessen in unseren Tagen eine Agenda 2010. Agenda heißt auf Deutsch ‚Handlungsimpuls’. Ja natürlich, wir müssen handeln. Aber wer kümmert sich schon darum, dass wir, um es lateinisch zu sagen, auch eine ‚Oranda 2010’, auf Deutsch einen Gebetsimpuls haben. Wenn wir nicht wieder lernen, unseren Blick auf Gott zu richten, und von ihm etwas zu erwarten, dann werden wir erfahren, dass alles den Bach runter geht. Glaub es mir.

 

Aber diese Botschaft des Propheten Jeremia gilt nicht nur für die Politik. Gilt die nicht auch für unsere Kirche in Deutschland? „Verflucht sei der Mann, der sich auf Menschen verlässt.“ Worauf haben wir als Kirche in Deutschland den unsere Hoffnung gesetzt? Waren das nicht oft irdische Machtmittel? Wir sind die reichste Kirche der Welt. Wir konnten uns in den letzten Jahrzehnten fast alles leisten. Was haben wir als Kirche in Deutschland für Werke aufgebaut im sozialen Bereich, im kulturellen Bereich, ob das Kindergärten sind, Schulen, Krankenhäuser usw. Und das war gut. Nur muss man sich doch auch fragen, ob wir auch unsere Fühler als Kirche genügend auf Gott ausgerichtet haben.

Jetzt, in dem Augenblick, wo die Kirchensteuermittel nicht mehr so reichhaltig fließen, da gerät man in Panik, da steht das Bistum Berlin vor dem Bankrott.

Oder ein anderes Beispiel: Wenn wir in unserer Kirche heute erleben, dass der Priestermangel immer größer wird, was haben wir denn gemacht? Wir beauftragen Marketinggesellschaften, um Plakatserien zu entwerfen, die für Priesternachwuchs werben. Aber haben wir auch genügend darüber nachgedacht, dass Jesus im Evangelium gesagt hat: „Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.“ Bittet den Herrn der Ernte. Wer fleht denn heute noch den Herrn der Ernte an um Priesternachwuchs? Gut, wir haben jedes Jahr den Welttag der geistlichen Berufe. Aber was machen wir denn die anderen 364 Tage im Jahr?

Wenn wir als Kirche nicht wieder lernen, unsere Kraft bei Gott zu suchen, dann werden wir merken, wie viel auch da den Bach runter geht. Ganz sicher! Und wir erleben das jetzt schon.

 

Aber was für die Gesellschaft und für die Kirche gilt, das gilt auch für jeden Einzelnen von uns, dieses Wort des Propheten Jeremia: „Verfluchter der Mann, der sich auf Menschen verlässt.“ Wenn wir uns einmal ganz ehrlich fragen: Worauf verlassen wir Einzelne uns in unserem alltäglichen Leben gehen? Worauf setzen wir da unsere Hoffnung und unsere Sicherheit? Auf Gott? Sonntags in der Kirche, ja. Aber im alltäglichen Leben? Wenn es um Fragen geht wie Berufswahl, Wohnungssuche, Wahl des Ehepartners usw. Worauf setzen wir denn da unsere Hoffnung? Haben wir nicht oft in unserem Leben die Hilfe Gottes ersetzt durch ein immer perfekteres System von Versicherungen? Man ist gegen alles abgesichert. Und wenn die eine Versicherung ausfällt, dann tritt sofort eine Rückversicherung ein, die den Schaden auffängt. Aber ob das wirklich trägt, das ist doch sehr die Frage.

Solange in unserem Leben alles normal läuft, ist das kein großes Problem. Ein Schönwetterchristentum kann jeder leben. Aber wenn im Leben Krisen kommen, und die kommen mit Sicherheit, dann wird sich herausstellen, ob wir unser Fundament auf Gott gebaut haben, oder ob wir ein Strauch in der Wüste sind, ob wir nur auf menschliche Machtmittel vertraut haben.

Aber auch hier, ich sage das mit genau dem gleichen Nachdruck, gilt das Umgekehrte: Bleiben wir bei der Kirche: Wo ist denn die große Blüte? Die gibt es ja auch! Schau Dir geistliche Zentren wie Taizé, oder schau Dir Wallfahrtsort an wie Medjougorje. Da wird eine geistliche Kraft sichtbar, da werden Berufungen sichtbar, weil man dort die Fühler ganz deutlich nach oben aus gestreckt habt.

Oder schau Dir das Leben von einzelnen Menschen an. Ich kenne eine ganze Reihe von Menschen, die aus der Hoffnung gelebt haben, dass Gott in ihr Leben eingreifen wird, wenn Krisen kommen. Und sie haben das Eingreifen Gottes erfahren.

Ich kann mich erinnern, dass wir mehr als einmal mit Menschen gebetet haben, die eine Wohnung suchten, und es war aussichtslos. Und Gott hat eine Wohnung geschenkt.

Ich kann mich erinnern, dass wir mit Jugendlichen um Lehrstellen gebetet haben. Das waren nicht viele, die bereit waren, dafür zu beten. Die meisten, denen ich mein Gebet angeboten habe, haben mit den Vogel gezeigt. Aber alle die, die sich darauf eingelassen haben, die haben manchmal wahre Wunder erlebt.

 

Das gibt es auch! Nicht nur: „Verflucht sei der Mann, der sich auf Menschen verlässt“, sondern genauso: „Selig der Mann, der sich auf Gott verlässt.“ Der wird das Eingreifen Gottes erleben.

Ob ihr Bestand haben (Im Wort ‚Bestand’ steckt das Wort ‚stehen’ drin.), oder auch wir ans Wackeln kommen in unserem Leben, ob wir wirklich geistliche und menschliche Kraft haben, oder ob wir immer mehr eine depressive Gesellschaft werden, das wird mit davon abhängen, ob wir unsere Wurzeln in Gott schlagen, und ob wir in ihm unsere Kraftquellen haben. Es liegt in unserer Hand, wir haben die Wahl. Amen.

 

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Predigttext:      1 Kor 15,12.16-20

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

In meiner Kaplanszeit hatten wir in einer Pfarrei eine Gemeindemission geplant. Die Ordensleute, die die Mission durchführten, haben einige Monate vorher an alle Gemeindemitglieder einen Fragebogen verteilen lassen, den man anonym ausfüllen sollte. In diesem Fragebogen stand auch die Frage: „Glauben sie an die Auferstehung der Toten?“

Bei der Auswertung der anonymen Befragung waren wir doch einigermaßen schockiert: Bei den über 65-Jährigen hatten mehr als 55% angekreuzt: „Nein“ oder „Da bin ich mir sehr unsicher.“ Wenn das bei den Jüngeren so ausgefallen wäre, das hätte uns nicht überrascht. Aber bei den über 65-Jährigen. Ich bin ganz sicher: Wenn wir die gefragt hätten, ob sie die Auferstehung Christi leugnen, dann hätten sie das entschieden verneint. Aber so allgemein gefragt ...  Mehr als 55% haben Probleme mit dem Glauben an die Auferstehung der Toten. Als wir einige Zeit später einmal einen Gesprächskreis mit den Senioren hatten, habe ich sie mit diesem Ergebnis konfrontiert. Ich erinnere mich, wie dann eine ältere Frau mit Entschiedenheit sagte: „Wenn du einmal in der Kiste bist, dann ist es aus mit dir; tot ist tot.“

 

Ganz offensichtlich hatte auch der Apostel Paulus mit dieser Schwierigkeit zu kämpfen, als er einen Hirtenbrief an die Gemeindemitglieder der griechischen Hafenstadt Korinth schreibt. Wir haben eben als Lesung einen Abschnitt aus diesem Brief gehört. Paulus schreibt da: „Wenn verkündigt wird, dass Christus von den Toten auferweckt worden ist, wie können dann einige von euch sagen: Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht?“ (Vers 12) Offensichtlich waren es erst einige, die diese Anschauung vertraten; offensichtlich hat man auch noch nicht die Aufstehung Christi geleugnet. Aber Paulus sieht sich genötigt, sich mit dieser Frage ausführlich auseinander zu setzen. Wenn ihr diese Auffassung vertretet, schreibt er, dann bedenkt, was das für Konsequenzen hat: „Wenn Tote nicht auferweckt werden, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos, leer, nichtig.“

Nun meint ‚glauben’ im biblischen Sinn nicht ‚etwas für wahr halten’. Die Frage nach dem Glauben ist vielmehr die Frage, wo Du in Deinem Leben Halt hast, wo Du Dich in den Stürmen des Lebens verankern kannst.

Wo willst Du denn festen Halt finden, wenn Dir plötzlich der Arzt sagt: „Sie haben Krebs im letzten Stadium; wir können Ihnen nicht mehr helfen?“ Wo willst Du denn Halt finden, wenn Du auf einen Menschen dein ganzes Vertrauen gesetzt hast, und der hat Dein Vertrauen schamlos missbraucht? Wo willst Du denn Halt finden, wenn ein Mensch, den Du geliebt hast, plötzlich durch den Tod von Dir weggerissen wird? Wenn es keine Auferstehung gibt, dann steht alles in dieser Welt, worauf Du Dein Vertrauen setzen kannst, unter dem Vorzeichen der Vergänglichkeit. Einen letzten Halt gibt es dann nicht mehr.

 

Paulus schreibt: „Wenn es keine Auferstehung gibt, dann sind auch die in Christus Entschlafenen verloren.“ Das ist mir damals als Kaplan sehr drastisch und unerwartet klar geworden: Die gleiche Frau, die in dem Seniorengesprächskreis mit Nachdruck gesagt hatte: „Wenn du erst einmal in der Kiste bist ...“, die kam ein paar Tage später ins Pfarrbüro und wollte ‚Messen bestellen’ für ihren verstorbenen Mann. Ich hab sie damals gefragt: „Warum lassen sie denn dann Messen lesen für Ihren Mann, wenn Sie glauben: Wenn du einmal ist der Kiste bist, dann ist alles zu Ende?“ Da sagte sie lange Zeit gar nichts und dann gab sie kleinlaut zur Antwort: „Man weiß ja nicht ... man will ja schließlich alles getan haben, damit er oben gut ankommt.“ Offensichtlich hatte sie ihren Mann sehr geliebt. Sie sagte dann, fast unter Tränen: „Irgendwie hofft man ja doch, dass man sich mal wieder sieht.“

Da ist mir ganz deutlich geworden: Echte Liebe rechnet mit der Ewigkeit. Liebe hofft immer irgendwie, dass mit dem Tod nicht alles aus ist. Umgekehrt könnte das aber auch bedeuten: Wo kein Glaube an die Auferstehung ist, da ist auch Liebe im Letzten nicht möglich oder da kommt Liebe in eine tiefe Krise.

 

Gestern habe ich einen alten Mann beerdigt, der war ein richtig lebensfroher, geistig reger Mann gewesen noch mit seinen 87 Jahren. Er war kurze Zeit nach einem Schlaganfall gestorben. Dieser Mann hatte verfügt, dass er eingeäschert werden wollte. Als dann bei der Bestattung die Urne ins Grab gesenkt wurde, habe ich, wie immer, eine kleine Schaufel Erde auf die Urne geworfen: „Staub bist du, und zum Staub kehrst du zurück. Der Herr aber wird dich auferwecken am jüngsten Tage.“ Das sind die Worte, die der Priester immer dabei spricht. Aber wenn ich den Nachsatz nicht mehr sagen und glauben kann „Der Herr wird dich auferwecken am jüngsten Tage“, dann bleibt wirklich vom Menschen nur noch ein Häufchen Asche übrig. Soll das wirklich alles gewesen sein, dieses Häufchen Asche? Fast möchte man sagen: Dann ist das Leben des Menschen nur noch ein Häufchen Elend. Vielleicht versteht man dann, was der Apostel Paulus meint: „Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem auf Christus gesetzt haben, dann sind wir erbärmlicher dran als alle anderen Menschen.“

 

Es gibt aber auch die umgekehrte Erfahrung:

Übermorgen wird in unserer Pfarrei eine alte Frau beerdigt, die an Krebs gestorben ist. Die letzte Woche vor ihrem Tod hat sie in einem Hospiz verbringen dürfen, weil man ihr zu Hause nicht mehr helfen konnte, und weil die Kräfte der Angehörigen am Ende waren. Als ich nach dem Tod die Angehörigen besucht habe, da haben sie mir erzählt, mit welcher Liebe diese Sterbende dort im Hospiz behandelt wurde, und wie man auch den Angehörigen ermöglicht hat, bei der Sterbenden zu sein und in Liebe von ihr Abschied zu nehmen. Da darf man doch auch einmal die Frage stellen: Warum tun Menschen das? Einem Menschen so viel Zuwendung zu schenken, von dem man doch weiß, dass er in Kürze tot sein wird. Warum tun Menschen das? Wenn mit der ‚Kiste’ alles aus ist, warum hat dann eine Mutter Theresa am Straßenrand von Kalkutta gesessen und hat einzelnen Sterbenden die Hand gehalten. Warum investieren dann so viele Menschen, die im Pflegedienst tätig sind, so viel persönlich Zuwendung, wenn doch sowieso alles ‚nutzlos’ ist?

Hier spürt man ganz deutlich, wie der Glaube an die Auferstehung nicht nur im persönlichen Leben Halt gibt, sondern auch unser Lebenseinstellung zum anderen Menschen, gerade zum leidenden Menschen prägt.

 

Am Ende der Lesung heute schreibt Paulus – es klingt wie das Erwachen aus einem Alptraum: „Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen!“ Seit Christus von den Toten auferweckt worden ist und den Zeugen begegnet ist, kann keiner mehr so leichthin sagen: „Es ist ja noch nie einer wiedergekommen ...“ Doch, Christus ist wiedergekommen! Und wer an ihm festhält, der hat festen Halt; dessen Leben wird von diesem Glauben an die Auferstehung eine Prägung bekommen auch was das Verhältnis zu anderen Menschen betrifft. Darum halte fest daran oder lass wenigstens diese Hoffnung in Dir lebendig bleiben.  Amen.

 

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Predigttext:      Lk 6,17.20-26

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Jeder, der sich auch nur ein kleines bisschen für die Bibel interessiert, hat schon einmal von den Seligpreisungen gehört: „Selig die Armen im Geiste, selig die Trauernden, sie werden getröstet werden, selig die Friedenstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen.“ Ein wunderbarer Text. Und ich vermute, wenn sie gleich nach Hause kommen, und zu Hause fragt jemand, was denn heute für ein Evangelium in der Kirche dran war, dann werden sie sagen: die Seligpreisungen.

Aber das stimmt gar nicht. Vielleicht ist ihnen das gar nicht so aufgefallen. Die Seligpreisungen wie wir sie normalerweise kennen, sind die Seligpreisungen, wie sie der Evangelist Matthäus aufgeschrieben hat. Beim Evangelisten Lukas, und den haben wir gerade gehört, klingen die Seligpreisungen ein bisschen anders. Es lohnt sich, da einmal genauer hinzuschauen.

 

Das Erste, was bei Lukas auffällt: Er stellt neben die Seligpreisungen, neben diese Glückwünsche, Weherufe. Auf der einen Seite: „Selig ihr Armen“. Auf der anderen Seite: „Wehe euch, ihr Reichen“. Auf der einen Seite: „Selig, die ihr jetzt hungert“. Auf der anderen Seite: „Wehe euch, ihr Satten.“ „Selig, die ihr jetzt weint“. „Wehe euch, die ihr lacht“. „Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und beschimpfen, euren Namen schlecht machen.“ Und auf der anderen Seite wiederum: „Wehe euch, wenn euch die Menschen loben.“

Hier in der Lukasfassung spürt man: Die Seligpreisungen sind nicht so ein schöner Text, den man so gut meditieren kann. Nein, hier geht es um eine Grundeinstellung unseres Lebens. Entweder gehörst du zu denen, die selig gepriesen werden, oder du gehörst zu denen, denen Jesus zuruft: „Wehe euch!“ So harmlos ist das Evangelium gar nicht.

 

Ein Zweites, was auffällt: Die Fassung der Seligpreisungen, die wir aus dem Matthäusevangelium kennen, beginnt: „Selig die Armen im Geist“, oder anders übersetzt, „die den Geist der Armut haben“. Und man kann, auch wenn man ein großes Vermögen hat, trotzdem den Geist der Armut haben. Man kann in seinem Herzen dankbar und arm geblieben sein.

Hier bei Lukas klingt das viel härter. „Selig seid ihr Armen.“ Und da geht es ganz eindeutig um materielle Armut, und nicht um eine Herzenshaltung. „Selig ihr Armen.“ Aber damit wir uns nicht missverstehen: Lukas meint nicht alle Armen in der Welt. Nicht jeder, der in Indien nichts mehr zu essen hat, oder in Äthiopien oder wo auch immer, gehört zu diesen Armen. Man muss genau hinschauen. Vorher heißt es: Jesus richtet seinen Blick auf seine Jünger, die vor ihm sitzen. Und indem er die Jünger anschaut, sagt er: „Selig seid ihr Armen“. Man spürt gleichsam die Handbewegung, die er dabei macht.

Und damit wird auch deutlich: Armut ist nicht eine Frage des Geldbeutels allein, sondern Armut ist eine Frage der Jüngerschaft. Es geht hier um Jüngerschaft, und das muss ich ihnen kurz erklären.

Wenn jemand in die Nachfolge Jesu geht, das ist damals genauso wie heute, dann muss er damit rechnen, dass das Verzicht bedeutet auf ein geregeltes Einkommen. Vielleicht erinnern sie sich noch an das Evangelium vom letzten Sonntag, vom reichen Fischfang. Da hieß es am Ende: „Petrus ließ seine Netze und alles stehen und folgte Jesus nach.“ Wenn der aber seine Boote und seine Netze verlassen hat, dann bedeutete das, dass er als Fischer kein geregeltes Einkommen mehr hatte. Er ist Jesus nachgefolgt, und das bedeutet unter Umständen Armut und Hungerleiden.

Und das ist bis in unsere Tage heute nicht anders. Wir spüren das bei uns hier in Deutschland nicht so, weil wir hier das staatliche Einzugssystem für die Kirchensteuer haben. Aber schauen sie mal nach Holland oder in andere Länder. Da bedeutet Nachfolge Jesu unter Umständen Armut und Hunger leiden.

Und diesen Menschen, die um des Himmelreiches Willen Armut auf sich nehmen, die bereit sind, auch Hunger zu leiden, denen ruft Jesus heute zu: Herzlichen Glückwunsch! Ihr seid zu beneiden. Warum, darauf komme ich nachher noch zu sprechen.

 

Wenn wir die Seligpreisungen einmal weiter durchgehen: „Selig, die ihr jetzt weint.“ Damit sind auch nicht alle Weinenden gemeint, die es in dieser Welt gibt. Es gibt viele Menschen in dieser Welt die weinen. Nein, hier ist mit Weinen etwas anderes gemeint.

Sehen sie, Jesus hat einmal kurz vor seinem Leiden auf dem Ölberg gesessen und hat auf die Stadt Jerusalem heruntergeschaut. Und er hat geweint über Jerusalem: „Jerusalem, hättest du doch erkannt, was dir zum Frieden dient. Aber du hast nicht gewollt.“ Und er weinte über Jerusalem. Dieses Weinen ist hier in den Seligpreisungen gemeint.

Das gibt es heute auch. Es ist mir mehr als einmal in der Seelsorge begegnet, dass etwa eine Frau mir unter Tränen gesagt hat: Herr Pfarrer, ich muss meinen Glauben und mein Engagement für die Gemeinde unter dem Protest meines Ehepartners leben. Der hat überhaupt kein Verständnis dafür. Das tut weh, und sie hat doch ihren Mann lieb gehabt. Das gibt es manchmal auch umgekehrt.

Oder wie manches Mal haben mir Eltern gesagt, oft unter Tränen: Wir müssen unseren Glauben in der Familie als Ehepaar leben unter dem Spott unserer heranwachsenden Kinder. Wenn wir sonntags bei Tisch beten, dann sitzen sie kichernd dabei und machen ganz deutlich, was sie davon halten. Das tut weh. Und das ist dieses: Selig, die da weinen, die Trauer im Herzen haben, Trauer, dass der Glaube bei den anderen kein Verständnis findet. „Selig seid ihr!“

Oder wenn man das jetzt einmal von den Weherufen her sieht. „Wehe euch, die ihr jetzt lacht.“ Wie schnell kann man heute einen schlichten gläubigen Menschen verlachen, lächerlich machen. Wie oft habe ich das erlebt, dass junge Leute, auch Erwachsene z.B. über die alten Leute verächtlich reden, die noch jeden Tag zur Messe gehen. Die werden dann als „Bimmelleute“ bezeichnet. Jedes Mal, wenn die Kirchenglocke bimmelt, dann gehen die zur Kirche. Man kann so schnell den Glauben einfacher Menschen lächerlich machen.

Aber Jesus sagt: Wehe euch, die ihr jetzt lacht.“ Damit ist nicht gemeint, dass Jesus uns den Spaß etwa am Karneval verderben möchte. Aber es gibt ein Lachen, das verächtlich ist.

 

Gehen wir einen Schritt weiter: „Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen, wenn sie euch aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen“, ganz wörtlich übersetzt: „wenn sie eueren Namen schlecht machen um des Menschensohnes willen“.

Nehmen Sie einmal so eine Seligpreisung, und konfrontieren Sie damit einmal die Art und Weise, wie man heute bei uns über den Papst redet. Der kann ja sagen, was er will, er wird immer bei bestimmten Gruppen  runtergeputzt. Als er vor einigen Jahren in Kuba war, habe ich in der Presseschau im Radio gehört: „Da treffen sich die beiden letzten Diktatoren unserer Zeit.“

„Selig seid ihr, wenn man eueren Namen schlecht macht. So haben sie es mit den Propheten auch getan.“ Und auf der anderen Seite: „Wehe euch, wenn euch alle Menschen loben.“

Und auch das einmal in unsere Zeit hineingesagt: Wie viele Christen, oft auch Theologen, reden heute den Menschen nur nach dem Mund. Sie sagen, was die Menschen gerne hören wollen, damit sie von den Menschen gelobt werden. Jesus hat sein Urteil gefällt: „Wehe euch!“

Damit wir uns nicht missverstehen: Der Papst macht auch Fehler, der Papst trifft auch Fehlentscheidungen, ganz sicher. Es geht auch nicht darum, dass man den Papst nicht kritisieren dürfte Aber es gibt eine Art von Kritik, wo man den anderen runterputzen will. Eine Kritik, die nicht mehr helfen will, sondern die nur noch draufschlägt wie auf eine verstaubte Matratze. Irgendwo wird schon Dreck rauskommen. Dann sagt Jesus: „Wehe euch!“

Und auf der anderen Seite, wenn einem das widerfährt, dass man lieblos runtergeputzt wird: „Selig bist du.“ Das ist vielleicht ein Kennzeichen, dass deine Haltung echt ist.

 

Was haben denn diese Menschen, die Armen, die Hungernden, die Weinenden, die Ausgestoßenen? Was haben die denn den anderen voraus, dass Jesus ihnen sagt: Ihr seid zu beneiden! Herzlichen Glückwunsch!? Wissen Sie, was diese Menschen anderen voraus haben? Die Bibel drückt das so aus: Solche Menschen werden das Himmelreich erleben, werden das Reich Gottes erleben. Man könnte es auch anders ausdrücken: Diese Menschen werden das Eingreifen Gottes erleben in dieser Welt. Sie werden ein Stück sehen von der Herrlichkeit Gottes.

Bleiben wir bei den Jüngern. Jesus hat gesagt: „Selig ihr Armen, die ihr alles verlassen habt.“ Kurz vor seinem Tod fragt Jesus die Apostel: Könnt ihr euch noch erinnern, damals, als ich euch ausgesandt habe ohne Geldbeutel, ohne Vorratstasche, hat es euch in diesen drei Jahren an irgendetwas gemangelt? Und sie mussten zugeben: Nein, es hat uns an nichts gemangelt. Menschen die darauf ihr Vertrauen setzen, erleben das Eingreifen Gottes in dieser Welt.

 

Ich will ihnen ein Beispiel aus meinem eigenen Leben erzählen. Ich bin 1944 geboren, und ich habe ganz bewusst als Kind noch die Nachkriegszeit erlebt. Wir waren damals vier Kinder, und haben mit sechs Personen in drei kleinen Zimmern gewohnt. Eine kleine Küche und zwei Schlafzimmer. Und dann 1956 wurde meine Mutter schwanger, meine jüngste Schwester war unterwegs. Das war kein geplantes Kind mehr. Und ich kann mich erinnern, dass unsere Mutter oft geweint hat, weil sie nicht wusste, wie es jetzt weitergehen sollte. Heute würden manche vielleicht sagen: Ein fünftes Kind? Weg machen lassen! Soziale Indikation. Aber meine Mutter und auch mein Vater haben dieses Kind bewusst angenommen als Geschenk Gottes. Ich kann mich noch erinnern, dass wir in der Küche einen Spruch hängen hatten, den vermutlich manche Älteren noch kennen: „Immer, wenn du meinst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her ...“ Daran hat meine Mutter geglaubt. Das war nicht irgend ein Licht, sondern dieses Licht kam von Gott.

Und dann vierzehn Tage, nachdem meine jüngste Schwester zur Welt kam, starb auf unserem Flur ein älterer Mann. Es wurde ein Zimmer frei, und wir konnten dieses Zimmer dazu bekommen. Wir haben alle gewusst: Hier hat Gott eingegriffen. Ich weiß wohl, das ist etwas ganz Natürliches, wenn ein alter Mann stirbt. Aber wir hatten immer dafür gebetet, dass Gott uns hilft. Wir wussten nicht, wie er es tun würde. Aber wir haben das Eingreifen Gottes erlebt, ganz praktisch.

Ich vermute, dass eine ganze Reihe von Gemeindegliedern heute hier in der Kirche sitzen, die aus ihrem Leben Ähnliches erzählen könnten.

Es sind nicht die großen Dinge, die geschehen, aber wir haben einen großen Gott, der eingreift. Und darum: „Selig seid ihr!“ „Herzlichen Glückwunsch!“

 

Selbst wenn es jetzt ein kleines bisschen länger dauert, ich muss noch einen Gedanken anfügen. Es geht jetzt um dieses ‚Wehe’. Wenn Jesus einer Gruppe von Menschen entgegen ruft: Wehe euch! Wehe euch! Wehe euch! Wehe euch! Kann man da noch sagen, dass das eine frohe Botschaft ist? Oder ist das doch eine Drohbotschaft, wenn Jesus immer sagt: Wehe euch!?

Da muss man einmal im Originaltext nachschauen, Jesus hat ja hebräisch oder aramäisch gesprochen. Und in der Sprache Jesu heißt dieses Wort wehe, hoi ... Hoi ..., das war in Israel die Totenklage. Wenn einer gestorben war, und die Menschen kamen zusammen, um mit der Familie zu klagen, dann war das die Totenklage: Hoi.... Und dann spürt man auf einmal, dieses ‚Wehe’, ‚Hoi’, ist keine Gerichtsbotschaft, sondern es ist die Klage des liebenden Gottes, der mit letzter Kraft um uns wirbt, dass wir wieder auf den richtigen Weg kommen, dass wir auch den Zuspruch ‚Selig’ erfahren können. Es ist die Klage eines liebenden Gottes, der um uns wirbt. Wenn Gott ruft: „Wehe!“, dann ist das nicht der Stempel, dass du abgeschrieben bist. Es ist das letzte, ernste Werben Gottes: Komm doch wieder zurück auf den richtigen Weg. Es ist gleichsam damit der Schmerz Gottes verbunden.

 

Ich habe vor Jahren als Kaplan einmal eine Zeltmission in Essen bei den Baptisten mitgemacht. Die hatten mich gebeten als Seelsorger mitzukommen, weil sie wussten, dass auch eine ganze Reihe von katholischen jungen Leuten dahin kamen, und sie wollten die nicht alle vereinnahmen. Ich kann mich erinnern, in einem Abendgottesdienst am Ende der Predigt hat der baptistische Prediger die Jugendlichen aufgerufen: Wenn jetzt jemand mit Jesus ernst machen will, wenn einer möchte, dass Jesus der Herr ist in seinem Leben, dann soll er nach vorne kommen, und es Jesus einfach ganz persönlich sagen.

Da sind etliche nach vorne gekommen. Zwei Jungen, ältere Schüler, kamen nach vorne; sie waren offensichtlich befreundet, ich kannte sie nicht. Der eine kniete sich hin und hat sein Leben Jesus in die Hand gegeben. Und der andere stand dabei, ein Klassenkamerad, und grinste nur.

Und dann stand der auf, der da kniete, und sagte zu seinem Klassenkameraden: „Sag mal, willst du dich nicht auch hinknien?“ Der andere sagte: Das kann ich noch tun, wenn ich mal alt bin. Jetzt möchte ich erst einmal etwas vom Leben haben, etwas vom Leben haben.

Und ich werde nie vergessen, wie der Prediger, der Baptist dann zu ihm sagte: „Was bist du bescheiden. Du willst etwas vom Leben haben, und Jesus will dir Leben in Fülle geben. Was bist du bescheiden.“ Und dann setzt er hinzu: „Du tust mir leid.“

Und das ist es, was Jesus mit dem „Wehe“ meint: Du tust mir leid. Und darin liegt auch die

 

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